24 Tage-Update von meinen Komposthaufen

Es ist schon erstaunlich, wie schnell so ein Verrottungs-System "Komposthaufen" funktioniert und reagiert. Man sah das sowohl beim Start - zuerst passierte gar nichts, bis ich den Haufen mit beschweren etwas verdichtet habe, dann ging's aber los! Der Säurewert (pH-Wert) sank bis auf 3.5, das entspricht etwa einer Apfelschorle oder einem Fruchtsaft.
Aber auch  später - etwas neues Material oben drauf und schon verändert sich der pH-Wert wieder...


Äusserlich sieht und spürt man kaum etwas. Gut, optisch haben beide Komposthaufen zwar ganz langsam, aber über die Wochen schon ziemlich an Volumen - vor allem in der Höhe - verloren. Ansonsten sieht man oberflächlich betrachtet wenig. Das äussere Grünzeug ist abgetrocknet und wenn man die Hand drauflegt, fühlen sich beide Haufen schon handwarm an. Also eindeutig wärmer als alles in der Umgebung.

Am 23.10. gab es auf beiden Haufen - etwa 20 cm hoch - neues Material. Sofort fiel der pH-Wert von 7 auf 5.5 und wieder einen Tag später sprang die etwa 30 cm im Innern gemessene Temperatur um 5, bzw. 10 Grad nach oben...
Alle Werte werden mit dem Messgerät so gemessen. Zentral von oben, etwa 30 cm in den Kompost "eingetaucht".
Das Gerät misst fünf Feuchtigkeitsstufen - von sehr trocken bis sehr nass, den pH-Wert in 0.5-er Schritten von 2 bis 9, und die Temperatur.

Im "gröberen Mittel" pegelt sich der pH-Wert (in der Grafik die gelben Linien) nun so bei 5 bis 5.5 ein - leicht sauer, etwa wie die menschliche Haut (Wasser ist mit 7.0 neutral).
Die Feuchtigkeit (blaue Linien) sinkt, nachdem sie am Anfang etwas zu hoch (nass) war, scheinbar langsam auf ein "normales Erdfeucht".
Die Temperatur (rote Linien) stieg anfänglich von ~30°, auf maximal 65° und scheint sich nun mit etwas Wellenbewegungen 50, bzw. 55 Grad zu nähern.

Die beiden Haufen sind, obwohl in etwa mit demselben Blätter-Grünzeug-Mix befüllt, doch recht unterschiedlich:
Kompost A vom Start weg immer etwas feuchter, etwas weniger sauer und etwas weniger warm (Höchsttemperatur 59°). Aber langsam scheint sich die Differenz auszugleichen.
Kompost B startete schnell und erreichte mehrmals deutlich über 60 Grad und ist auch jetzt immer noch etwa 5° wärmer.

Die Hintergründe für die unterschiedlichen Temperaturen, bzw. was biologisch gerade passiert - Google erklärt:
65° Heissrotte (Thermo-Phase): In den ersten Tagen haben hochantriebsstarke Bakterien die leicht verdaulichen Stoffe (Zucker, Proteine) umgesetzt. Dabei wurden Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet.
Dann die 50° (Mesophile Übergangsphase): Das "leicht verdauliche" Futter ist aufgebraucht. Nun übernehmen andere Mikroorganismen und Pilze, die sich auf schwerer abbaubare Stoffe wie Zellulose und Holz (Lignin) spezialisiert haben. Diese arbeiten am effektivsten bei ca. 45° bis 55°.
Diese Phase müsste erwartungsgemäss 1 bis 2 Wochen dauern - je mehr Holzanteil desto länger - wenn man den Kompost nicht umschichtet. Danach kühlen die Haufen langsam ab, Regenwürmer und Kompostmilben übernehmen die Arbeit.
Schichtet man die Haufen um (aussen gegen innen und umgekehrt), startet erneut eine Heissrotte und die ganz Verrottung geht etwas schneller.

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