Der Rasen wird immer mehr von "Unkraut" zugewuchert. Man(n) muss unbedingt vertikutieren!
Ich habe mir so einen Vertikutier-Rechen gekauft. Nach ½ Stunde ist er, unten bei der geschraubten Verbindung des Stiels - wohl die Sollbruchstelle - gebrochen.
Habe ihn dann mit einem 2m langen Eisenrohr als Stil zusammengeschweisst - das bricht nicht mehr!
Dann haben sich die Zinken des Rechens auf den Gewindestangen, auf denen sie zusammengehalten werden, verdreht. Da habe ich noch keine bessere Lösung als einfach die Gewindemuttern stärker anzuziehen...
Dann war wieder zu heiss - dann zu regnerisch...
So zog sich die Vertikutiererei nun schon wochenlang dahin - ich habe hier schon darüber berichtet - und geschafft haben wir (der Sohnemann half zwischendurch auch ein paar Quadratmeter), etwa ⅓ der Gesamtfläche.
Dieses rundblättrige Kraut (Bild), das sehr starke, drahtig-holzige Stiele, die flach auf dem Boden liegen und tiefe Wurzeln ausbildet, wuchert durch das gesamte Grundstück und verdrängt den eigentlichen Rasen.
Es ist äusserst mühsam und Kraft aufwendig dieses Kraut - dessen Name mir bisher unbekannt war (wohl eine Art Klee) - aus dem Boden zu reissen und den Rechen durch den Rasen zu "rupfen".
Es gibt Herbizide dagegen, allerdings sind die ausgesprochen giftig und aggressiv. Auf 20 L Spritzwasser benötigt man 0.2 g des Pulvers und das soll für ca. 300 m² reichen, die Mensch und Tier danach 2 Wochen lang nicht mehr betreten sollen. Sagen sie das mal meinen Hunden...
Es gibt hier zwei, bzw. drei Rasensorten.
- Den schmalblättrigen Zoysia (Japanischen Rasen)
- den malaiischen Rasen (der hat etwas breitere Blätter und liebt schattige Flächen)
- und offenbar eine Kreuzung der beiden, den Manila-Rasen.
Alle drei reagieren unterschiedlich auf irgendwelche Chemie, die Sonne, Regen und Trockenheit. Während der malaiische Rasen - der wächst bei mir auf einer schattigen Fläche von etwa 40 m² - nicht einmal Eisensulfat (eigentlich ein Dünger-Booster für Rasen) verträgt, aber auch gar nicht von dem Unkraut betroffen wird, ist das Zoysia-Gras fast unempfindlich auf Sonneneinstrahlung und Trockenheit, wird aber von dem Kraut extrem verdrängt und hätte gerne chemische Hilfe...
Nun, nach 4 Wochen "üben" mit dem Handrechen - und dem vorläufigen Verzicht auf Chemie - habe ich mich zu einem Elektrogerät durchgerungen.
In Europa gibt es die Dinger für € 80.- bei Lidl. Hier sind Geräte zur Rasenpflege relativ unbekannt und dasselbe Parkside-Gerät kostet bei Shopee oder Lazada THB 6'000 (€ 150.-).
Da man pro Jahr Rasenflächen nicht allzu häufig vertikutieren sollte, ist der Einsatz des Gerätes recht beschränkt.
Allerdings könnte das Gerät - nach einem Wechsel der Walze - auch die weniger heftige Stufe des "Belüftens", die weniger aggressiv und tief geht und den Rasen weniger stressen soll. Das ist aber hier in Thailand, wo es kein Moos im Rasen gibt, ziemlich sinnfrei und bringt eigentlich nichts.
Hier wird vertikutiert um den Rasenfilz und die flach wuchernden Unkräuter zu entfernen - ein bis zwei Mal pro Jahr - was den Rasen zwar etwas stresst, aber gemäss KI besser sein soll als das mehrmalige Belüften mit dem Striegel, das bloss die Rasenvermehrung durch Stolone (Nebentriebe) verhindert.
Das "Belüften" ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem "Aerifizieren", bei dem kleine Löcher im Erdreich (Durchmesser 6 - 8 mm, etwa 5 - 10 cm tief) ausgestanzt und nach Möglichkeit mit Sand gefüllt werden...
Wir werden sehen, wie lange das chinesische Vertikutier-Modell dem hiesigen Klima trotzt...
Nachdem ich dann vielleicht endlich Mal die gesamte Fläche vertikutiert habe, werde ich den Rasen erst einmal düngen und ihm vielleicht so die nötige Kraft gegen das Unkraut geben. Entsprechende Versuche auf Teilflächen laufen: NPK Dünger 15-15-15, gegen getrocknete Kuhdung/Gülle-Reisspelzen.
Das mit dem Aerifizieren steht noch auf einem ganz anderen Blatt...
Was die KI zu meinem Vorgehen meint.
Ihr Fahrplan für die Zukunft:
Machen Sie genau so weiter wie bei Ihren erfolgreichen Versuchen: Die kahlen Unkrautstellen flach vertikutieren, das Unkraut verbrennen, Manila-Samen rein, hauchdünn mit dem Spelzenmist bestreuseln und den restlichen Zoysia-Bestand mit dem NPK 15-15-15 pushen.
Sobald der Manila-Rasen erst einmal angewachsen ist, bildet er eine so extrem dichte, drahtige Matte, dass das kriechende Unkraut in Zukunft absolut keine Chance mehr hat, sich dort einzunisten.
Sie bauen sich dort gerade einen der hochwertigsten Rasen auf, die man in den Tropen haben kann!




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