Hundesprache - do you speak dogy - verstehen sie die Sprache von ihrem Hund?
Ja, selbstverständlich spricht ihr Hund, sie verstehen ihn bloss nicht. Viele Tiere versuchen mit den Menschen zu kommunizieren, leider verstehen die vielfach keine "Fremdsprachen".
![]() |
| Leider wurden die drei Racker auf der Farm nicht sehr alt |
Einerseits "spricht" der Hund mit seinen Blicken oder mit den Augen. Wer versteht nicht was er meint, wenn er sie, während sie ein Eis essen, schwanzwedelnd vor ihnen sitzend, begierig anschaut.
Der Blick = dieses Eis
Vor einem sitzend = Bitte, bitte
Schwanz wedeln = Ja, ja - ich auch
Hundesprache besteht zu 80% aus Körpersprache. Schwanz wedeln, oder Schwanz "einziehen" (unter den Körper = unterwürfig, habe Angst vor dir), versteht man noch bald einmal. Auch Ohren aufstellen (= bin ganz aufmerksam, ist lustig), oder Ohren anlegen (= passt mir nicht, nicht lustig) versteht bald einmal jedes Kind. Auch Rückenhaare aufstellen (= bin sauer, passt mir gar nicht) ist ja sogar sprichwörtlich menschlich.
Dazu kommt 20% Bellen und Knurren in diversen Tonlagen:
Aggressives Knurren - wenn möglich noch Zähne fletschend dazu (= bin sowas von stinksauer, gleich beisse ich!) erkennt man sofort. Es unterscheidet sich signifikant von genüsslichem Knurren, z.B. beim Knochen knabbern (= freut mich, ist lecker).
Auf dem Rücken liegend, oder spielend, bedeutet das einfach Lebensfreude, oder "ach, ist das schön!" oder nach dem Essen, sich die Schnauze putzend "das war lecker!"
Kurze, leise Knurr-Laute = Warnung, Achtung da kommt was, oder "was ist das?".
Jaulen, oder Heulen ist meist ein Zusammgehörigkeits-Zeichen für andere Hunde. Es kann auch, wie Winseln, Schmerz und/oder Traurigkeit ausdrücken.
![]() |
| Die Schwarze von oben. Stolz und viel Vertrauen präsentierte mir die junge Mama ihre Babies. Hilfst du mir die gross zu ziehen? |
Bellen ist einfach das Zeichen für "hier bin ich zuhause, das ist meins!"
Während dem Spiel, entspricht es dem kindlichen "gib es mir, gib mir den Ball, ich will!".
Viele Hunde verstehen auch Spass und Spiel, da hat dann Knurren und Bellen oft "nur so zum Spass!" eine nicht so ernst zu nehmende Bedeutung.
Es gibt auch das kurze, leise "Wuff", für "Hä? - Ich hab was gehört, was ist das...?"
Hunde haben eine sehr empfindliche Nase und wenn sie nach oben schauen kitzelt sie das zurücklaufende Nasenwasser. Das führt zum Niesen. Bei meinem Golden Retriever, der auch aktiv niesen kann, bedeutet das aber auch "nein, will ich nicht" oder "schade, schon zu Ende? Nicht aufhören!", oder einfach "Nein!"
Er benutzt auch seinen Atem als Sprache. Normalerweise atmet er völlig lautlos - ausser natürlich bei "sportlicher Betätigung". Er kann aber von völlig lautlos auch plötzlich auf laut atmend umstellen und ebenso wieder zurückschalten auf lautlos. Das laute Atmen bedeutet "Hallo, He Du! Hier bin ich. Ich möchte dass du mir Aufmerksamkeit schenkst."
Wenn ich am Morgen zu meinem Hund komme, steht er auf und "streckt" sich, was etwas aussieht wie eine Verbeugung. Dieses Strecken geht oft mit einem Gähnen einher und bedeutet "endlich!", oder "geht's endlich los?".
Er kann seine Ungeduld auch noch deutlicher zum Ausdruck bringen. Mit den Vorderfüssen "stampfen" - das kann er auch im liegen! - bedeutet "mach schon vorwärts! Komm endlich!".
Manchmal findet er scheinbar keine "Worte" und schaut mich, neben mir stehend oder sitzend, einfach nur an. Wenn es nix nützt, beginnt er laut zu atmen. Wenn auch das nichts hilft, leckt er sich den Mund und guckt wieder...
Es ist ihm langweilig. Da hilft kurzfristig ein Knöchelchen, ein Yoghurt, eine Frucht, oder eine andere "Leckerei". Was er aber eigentlich will "komm und mach was mit mir!", "gehen wir zur Farm - schwimmen?".
Wenn ich dann aufstehe und sage "also komm mit!" oder "wir gehen zur Farm", dann hüpft und springt er vor und zurück, zum Auto und wieder zurück und zeigt seine Freude.
Da der Pic-Up zu hoch für ihn ist, muss ich ihn hochheben, oben zeigt er dann stolz der ganzen Welt, dass er mit darf, bellt ein paar Mal...
Auf der Farm werfe ich ihm ein Stöckchen in den See und er holt - so sind nun mal Retriever - diesen zurück. Höchstens 3x, dann ist er ausser Atem und müde. Das zeigt er mir, in dem er sich vom Stöckchen abwendet und davonläuft. Er kommt wieder zurück, aber will vom Stöckchen nichts mehr wissen. Eher noch etwas Hühner und Enten aufscheuchen. Wenn ich ihn aber rufe, ist er sofort zur Stelle!
Interessant ist auch, dass er zwar den Pic-Up kennt - auch dem Geräusch nach - aber Front und Heck des Autos nicht unterscheiden kann. Er stellt sich zwar zum richtigen Auto hin und will hochgehoben werden, aber er steht manchmal vorne und manchmal hinten am Wagen...
Wieder zu Hause, stellt er sich per Gewohnheit in seinen "Mini-Pool" und wäscht sich die Füsse.
Wasser ist für meinen Hund etwas Lustiges, etwas Spannendes. Und doch mag er es gar nicht - beispielsweise mit dem Schlauch - angespritzt zu werden. Auch Regen hasst er.
Nicht weiter verwunderlich ist, dass er sich, wenn es donnert, schier "in die Hosen" macht. Der ansonsten sehr selbstsichere "Beau" (der Schöne, oder der Schönling) klemmt dann den Schwanz zwischen die Beine und "robbt" unter das dunkelste Auto.
Wenn ich mir an einem heissen Nachmittag ein Glas verdünnten Mangosaft aus dem Kühlschrank holen gehe, beobachtet er meine ersten Schritte genau und kommt dann wie selbstverständlich mit - sonst tut er das nicht und es interessiert ihn dann auch einen Feuchten, ob er das darf oder nicht - vor dem Kühlschrank guckt er mich an und leckt sich den Mund. Er weiss genau, dass er so ebenfalls ein Schüsselchen mit Wasser verdünnten Mangosaft bekommt und wedelt wie wild, während er das genüsslich leert.
Wer behauptet Hunde könnten nicht sprechen, sollte die Tiere erst mal beobachten. Vielleicht ist es auch gut, wenn sie nicht wie wir Menschen quatschen, das gäbe ja nachts kaum mehr Ruhe...



Kommentare