Ich höre es ganz leise donnern
Es ist absolut wolkenlos, die Sonne scheint. Es hat nachmittags 38 Grad und erst gegen 05:00 Uhr morgens, wenn die Sterne schon langsam verblassen, sinkt das Quecksilber endlich gegen 25 Grad.
Das Wetter ist es nicht! Es ist Trockenzeit. Trotzdem höre ich es ganz, ganz leise...
In der Zwischenzeit sieht man das "Wetterleuchten" sogar. Es gibt an der Tanke bloss noch Teures und manchmal gar nix. Die Strassen leeren sich, dafür sieht man bei uns auf der Hauptstrasse - ohne Gehsteig - wieder Fussgänger!
Nein, kein Lastwagen, auch kein grosses Motorrad. Die fahren kaum noch. Auch kein Flugzeug! - Es ist wohl im Kopf.
Ich wurde ja gewarnt, von dem Herrn der 1959 starb und habe versucht mich vorzubereiten:
Installationen im Haus gecheckt, Dächer überprüft und beim Holzhaus ersetzt, "Fensterläden" liegen in Form von Profilblechen am Lager, Notvorrat für mehr als einen Monat und Trinkwasser für zwei / drei Wochen, danach kommen die Wasserfilter zum Einsatz.
Im Garten und auf der Farm diverses angepflanzt, das wir als "Selbstversorger" nutzen können. Trotzdem - ich geb's zu - habe ich etwas Angst. Man weiss halt nicht genau was und wie's kommt. Man hört es eben nur ganz leise...
Offenbar bin ich ziemlich weit herum der Einzige, mit so einem Gehör.
Ich versuchte andere zu warnen, aber ausser ein, zwei "hellhörigen", scheint's niemand zu glauben, im Gegenteil - ich wurde belächelt.
Wie soll man sich auch auf eine Energie Knappheit vorbereiten? Dieselvorräte horten ist verboten! Zuwiderhandlungen werden streng geahndet!
Es bleibt neben Holzkohle nur Photovoltaik und das ist nicht nur teuer, sondern - wenn man den Strom nicht direkt nutzt und in Batterien speichert - auch sehr pannenanfällig. Ich hatte ja so eine Anlage mit 12V/230V beim Farmhaus. Da war bei jedem zweiten Gewitter der Inverter futsch, dann die Batterien...
Das Farmhaus ist aber schon länger am Stromnetz angeschlossen. Trotzdem funktioniert die Bewässerung weitgehend direkt mit Solarzellen. Das ist ein Überbleibsel aus der Zeit bevor wir uns am Netz anschliessen durften.
Leider habe ich damals gedacht, das Wohnhaus hätte ja einen Netzanschluss und müsse nicht autark betrieben werden können. - Heute bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Ja kein Strom heisst keine Pumpen, heisst kein Wasser, keine Duschen, keine Toilette...
Einen weiteren Überlegungsfehler habe ich im Zusammenhang mit Diesel gemacht. In einem Land, das selbst fossile Brennstoffe fördert und raffiniert, wo die gesamte Wirtschaft mit Diesel - und nicht elektrisch - läuft, ist es fast undenkbar, dass man den Diesel ausgehen lässt. Diesel wird es in Thailand immer geben, man wird Vorräte haben - dachte ich...
In der Zwischenzeit sieht man das "Wetterleuchten" sogar. Es gibt an der Tanke bloss noch Teures und manchmal gar nix. Die Strassen leeren sich, dafür sieht man bei uns auf der Hauptstrasse - ohne Gehsteig - wieder Fussgänger!
Benzin ist zwar auch von der Knappheit betroffen, aber offenbar weit weniger schlimm. Die Mopeds brauchen auch nicht so viel. Bloss - man kann nicht pflügen damit!
Geld haben wir noch, obwohl das wird auch täglich weniger Wert. Wie lange wohl noch, bis zum Crash?
Bis Sonkran sollten die Felder der Farm einigermassen bereit sein. Danach ist die Trockenzeit zu Ende und die Regenzeit müsste beginnen. Die Zeit der Bewässerung ist dann vorbei. Aber ob wir die Manjok- und Zuckerrohrfelder auch wieder mit dem Traktor "pflegen und düngen" können? - Da, es donnert wieder - hören sie's nicht?
In Europa sollen die "grossen Gewitter" erst gegen Herbst kommen. Ein bisschen hört man den Donner da aber auch schon. - Es kommt strub! Das jetzt ist bloss Vorspiel.

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